Dr. Elaine Aron

Die nordamerikanische Psychologin Elaine Aron hat gemeinsam mit ihrem Mann die wesentlichste Forschungsarbeit zum Thema „Hochsensibilität“ seit Mitte der 1990er Jahre geleistet. Sie befasst sich auch heute noch intensiv mit der Erforschung des Phänomens.

Elaine Aron gebraucht den Begriff „Highly Sensitive Person“, auch HSP.

Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit zeigten sich folgende Merkmale bei Hochsensiblen, die sie von anderen Menschen unterscheiden:

  • Verarbeitungstiefe von Informationen
  • eine niedrige Reizschwelle der Sinneswahrnehmung
  • hohe emotionale Berührbarkeit
  • bewusste Wahrnehmung von Feinheiten

Die Mannigfaltigkeit und die Auswirkungen auf das Leben eines hochsensiblen Menschen werden von vielen und sehr verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Frühere Erkenntnisse über Sensibilität

Zum Beispiel untersuchte Iwan Pawlow (1849-1936, Physiologe und Nobelpreisträger für Medizin) die Gesetzmäßigkeiten von Hemmungs- und Erregungsprozessen im Nervensystem und stellte Überbelastbarkeit bei einem Teil seiner Probanden fest.

Im Buch „Der sensible Mensch“ (erste Auflage 1935) von Eduard Schweingruber (1899- 1975, Theologe und Psychiater) findet sich eine erstaunlich gute Zusammenfassung was Hypersensibilität ist und wie man mit ihr umgeht. Auch bei Carl Gustav Jung (1875-1961) und Alfred Adler (1870- 1937) finden sich Aussagen über Menschen mit besonderer Sensibilität.

In den letzten 20 Jahren sind sehr viele unterschiedliche Publikationen auf dem Markt erschienen, auch an Universitäten beginnen die Forschungen.

Eine für mich gute und aussagekräftige Beschreibung gibt es hier vom Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. (IFHS).
 

Mein Fazit

In der Zwischenzeit gibt es mannigfaltige, zum Teil in der Öffentlichkeit auch kontrovers geführte Diskussionen zum Thema Hochsensibilität, die meine Arbeit als Coach eher weniger tangieren. Das Wesensmerkmal der Hochsensibilität bei Menschen, mit denen ich arbeite, ist so verschiedenartig und zeigt sich so differenziert, dass es in jedem Fall eines individuellen Herangehens bedarf.

Jeder Mensch ist anders und einige noch ein bisschen mehr...

Hochsensible sind nicht krank und auch nicht verwirrt oder sonst wie gestört, das ist grundlegende Annahme für meine Arbeit. Allerdings kann ein feines Nervensystem, die intensive Wahrnehmung von vielen Details durch die Sinne, niedrige Reizschwellen, ein vielschichtiger, verflochtener und tiefer innerer Verarbeitungsprozess und hohe Emotionalität bei hochgradig sensiblen Menschen Fluch und Segen zugleich sein.

Auch wenn die Forschung bis heute noch keine schlüssigen Beweise dafür hat – damit zu leben ist eine ganz schöne Herausforderung.

Bin ich hochsensibel?